Der Verein


1950 wurde der Reit- und Fahrverein Gardelegen auf Initiative des Sportfreundes Ernst Heinz Cords gegründet. Neben ihm waren Walter Prönneke und Hermann Peters die Vereinsgründer. Natürlich wurden sie von vielen weiteren begeisterten Pferdefreunden unterstützt: u.a. Wilhelm Schulze sen., Fritz Mertens, Hubert Pessel, Erich Falke, Horst und Paul Riemann, Walter Erfurt, Werner Jakobs, Ernst Odewald, Willi Beneke, Karl Hartmann, Fritz Müller, Gerd Hartigs, Fritz Preetz und Erich Henning.


Der Vereinsname veränderte sich im Laufe der Jahre. Am 14. April 1951 wurde die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor Gardelegen mit über 450 eingetragenen Mitgliedern in elf Sektionen gegründet. Ab dem 3. Juli 1951wurde der Verein als BSG Traktor Gardelegen, Sektion Pferdesport geführt. Im Jahr 1953 wurde der Verein in Lokomotive Gardelegen umbenannt. Die Gesellschaft für Sport und Technik übernahm den Verein im Jahr 1955. Ab 1968 wurde er unter dem Namen Einheit Turbine Gardelegen weitergeführt. Aber man besann sich 1980 wieder auf die Ursprünge und nannte sich wieder BSG Traktor Gardelegen. Seit der Wende ist der Verein als Reit- und Fahrverein Gardelegen e.V. bekannt.


Der Verein finanzierte sich anfänglich unter anderem durch Milchverteilung und Ascheabfahrten per Pferdewagen in der Innenstadt von Gardelegen. Später wurde er durch das Volksgut Isenschnibbe, der BHG Gardelegen, der LPG (T) Hemstedt, Sponsoren und anderen unterstützt.


Erste Reitlehrer des Vereins waren die Vereinsgründer Ernst Heinz Cords im Springsport, Walter Prönneke in der Dressur und Hermann Peters für das Voltigieren und die Jugendarbeit.


Erste Reitschüler: Erika Otte (später Kölsch), Jutta Cords, Joachim Brohmann, Rainer Loleit, Erika Rennchen, Helmut Gille, Jutta Lange, Dagmar Wallstabe, Wilfried Schwerin, Jürgen Kölsch, Evi Wachholz, Rolf Hasenfuß, Doris Brunkow, Brigitte Haack, Jörg Wollbrandt und andere.


Pferde:

Anfangs wurde das Training auf Pferden von Landwirten aus der Umgebung durchgeführt. Vormittags wurden die Pferde in der Landwirtschaft gebraucht und nachmittags sportlich trainiert. Später wurden nur wenige private Pferde eingesetzt. Besitzer der meisten Pferde war der Bezirksausschuss Pferdesport des damaligen Bezirkes Magdeburg. Nach der Wende wurden die meisten Pferde zu günstigen Konditionen an interessierte Reiter verkauft. Heute sind Pferde in Vereinsbesitz und werden für die Jugendarbeit im Verein eingesetzt.


Stallanlagen:

Die Unterbringung der Pferde erfolgte anfänglich beim jeweiligen Besitzer, dann auf dem Hof der Familie Brohmann in der alten Letzlinger Landstrasse. Später dann bis 1991/92 in der Stallanlage in der Rudolph-Breitscheid-Straße am Wall. Jetzt stehen die Pferde bei ihren privaten Besitzern oder im Stall der Reithalle, auf dem Gelände des Reitstadions.


Reitstadion:

Im Jahr 1952/53 wurden mit dem Bau des Reitstadions am heutigen Buschhorstweg begonnen. Die Fertigstellung eines zum damaligen Zeitpunkt größten und modernsten Reitstadions der ehemaligen DDR auf einer Fläche von 32 880 qm erfolgte 1955. Auch der Bau des ersten massiven Richterturms national war im Inhalt des Bauprojektes. Anschließend wurde das Reitstadion mit einem großen Turnier im Rahmen der deutsch-tschechoslowakischen Freundschaftswoche in Gardelegen eingeweiht. Am Turnier nahmen Reiter mit über 160 Pferden aus 18 GST-Sektionen teil. Rund 10.000 (!) Besucher und der damalige tschechoslowakische Botschafter der DDR, verfolgten die spannenden Prüfungen im neuen Reitstadion.


Turniere:

Die Mitglieder des Reitvereins nahmen regelmäßige an nationalen Turnieren teil. Vor dem Mauerbau auch in Schöppenstedt, Hamburg und Bad Harzburg. Mehrere Titel und viele Platzierungen, u.a. DDR-Meister und Bezirksmeister waren die lohnende Ausbeute. Einige Reiter waren sogar im Kader der Nationalmannschaft.


Talentierte Reiter wurden ausgebildet und anschließend zum Berliner Verein Dynamo delegiert. Einige wurde später sogar Olympiateilnehmer.


Pferdetransport:

Der Pferdetransport erfolgte am Anfang zu Pferde oder im Gespann, später durch die Eisenbahn (dank Herrn Prönnekes dortiger beruflicher Tätigkeit), abgelöst durch Traktoren und Hänger und dem guten alten W-50. Nach der Wende wurden die edlen Rösser mit privaten Pferdehängern transportiert.


Kontakte:

Freundschaftliche Beziehungen zu den Pferdesportfreunden in Schöppenstedt und Bad Harzburg, die auch nach dem Mauerbau nie ganz abbrachen, wurden gepflegt. Nach der Wende wurden Kontakte zu den Reitern in Barwedel (Niedersachsen) aufgebaut.


Besonderes Engagement für alle Belange des Vereins seit der Gründung in Bezug auf die Buchführung, Organisation, Sammlung von Daten, Aufzeichnungen und Verständigung mit anderen Vereinen zeigte Herr Erich Falke. Dank seiner Tochter Frau Dr. Laurich konnte dieses Material für die Chronik und unsere Homepage genutzt werden.

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